Eine Analyse der Industrie-Emissionen

Ist die Rede von Treibhausgasemissionen, wird häufig der Energiesektor, der Verkehrssektor oder auch die Landwirtschaft genannt. Doch auch die Industrie-Emissionen sind nicht zu unterschätzen. Insbesondere die Stahlproduktion aber auch die Chemieindustrie sind oft unterschätzte Verursacher von CO₂-Emissionen.

Die Treibhausgasemissionen der Metallverarbeitung

Die Metallverarbeitung ist ein bedeutender Industriezweig, der für eine Vielzahl von Produkten, von Fahrzeugen bis hin zu Maschinen, verantwortlich ist. Während dieser Prozesse entstehen erhebliche Mengen an Treibhausgasen, insbesondere Kohlenstoffdioxid (CO₂). Laut Schätzungen des Umweltbundesamtes (UBA) sind die Emissionen aus der Metallverarbeitung in Deutschland im Jahr 2021 etwa 37 Millionen Tonnen CO₂ gewesen.

Ein wesentlicher Faktor für diese Emissionen ist die Verwendung von fossilen Brennstoffen in der Energieversorgung der Produktionsanlagen. Zudem werden bei Prozessen wie dem Schmelzen, Gießen und Walzen von Metallen hohe Temperaturen benötigt, was den Energieverbrauch und damit die CO₂-Emissionen weiter erhöht.

Die THG-Emissionen der Aluminiumproduktion

Die Aluminiumproduktion gehört zu den energieintensivsten Prozessen in der Industrie. Allein zur Herstellung von einem Kilogramm Aluminium werden durchschnittlich zwischen 14 und 20 Kilogramm CO₂ emittiert. In Deutschland beliefen sich die Emissionen aus der Aluminiumproduktion im Jahr 2020 auf etwa 4,6 Millionen Tonnen CO₂.

Ein Hauptgrund für diese hohen Emissionen ist der Einsatz von Strom aus fossilen Brennstoffen, besonders bei der Elektrolyse, dem zentralen Verfahren zur Herstellung von Aluminium. Neuere Entwicklungen in der Branche zielen darauf ab, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen und durch innovative Technologien wie die Verwendung von Wasserstoff in der Produktion die Emissionen drastisch zu senken.

Stahlproduktion – einer der größten CO₂-Emittenten der Industrie

Die Stahlproduktion ist nach der Energieerzeugung der größte industrielle Verursacher von Treibhausgasen weltweit. Insbesondere die traditionelle Hochofentechnologie führt zu enormen CO₂-Emissionen. Im Jahr 2021 wurden weltweit schätzungsweise 2,7 Milliarden Tonnen Stahl produziert, wobei die Stahlindustrie etwa 8 bis 9% der globalen CO₂-Emissionen ausmacht.

In Deutschland entfallen auf die Stahlproduktion rund 50 Millionen Tonnen CO₂ jährlich. Die Branche erforscht jedoch bereits verschiedene Ansätze zur Emissionsreduktion. Dazu gehören die Entwicklung von CO₂-neutralen Stahl-Herstellungsverfahren, die Nutzung von Wasserstoff als Reduktionsmittel anstelle von Kohlenstoff sowie die Verbesserung der Recyclingraten von Stahl, was ebenfalls zu einer Verringerung der Industrie-Emissionen führen kann.

Treibhausgasemissionen der Chemieindustrie

Die Chemieindustrie wird in Bezug auf die Industrie-Emissionen oft übersehen, obwohl sie ebenfalls einen erheblichen Beitrag zum CO₂-Ausstoß leistet. Laut dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) entstanden in Deutschland im Jahr 2021 etwa 56 Millionen Tonnen CO₂ durch chemische Prozesse und die Energieversorgung in diesem Sektor.

Besonders bei der Produktion von Grundchemikalien wie Ammoniak und Methanol sind die Emissionen hoch. Bei der Ammoniaksynthese, die für Dünger und viele chemische Produkte wichtig ist, werden pro Tonne Ammoniak nahezu 2,5 Tonnen CO₂ freigesetzt. Die Branche steht vor der Aufgabe, nachhaltige Produktionsmethoden zu entwickeln, die weniger umweltschädlich sind, beispielsweise durch den Einsatz von erneuerbaren Energien und CO₂-Abscheidungstechnologien.

Fazit

Zwar sind die Industrie-Emissionen im Vergleich zum Verkehr oder der Energie vergleichsweise gering, allerdings braucht es auch im Industriesektor technologische Neuerungen, um die Treibhausgasemissionen zu senken. So emittiert die deutsche Stahlindustrie etwa 50 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr. Das ist mehr als die Hälfte der CO₂-Emissionen Österreichs.  

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